Donnerstag, 18. September 2014

klatschmohnfrau - ein feuerwerk der Worte - roman

dieser roman von
noelle châtelet mit dem titel „klatschmohnfrau“
ist eine einzige ansprache an das gemüt.
bildhaft und sensibel, die richtigen worte für die szenen. meisterhaft.


sie beschreibt sehr, sehr gefühlvoll die empfindungen von marthe, einer 70jährigen dame.
eine dame in normalen verhältnissen, die alleine wohnt, aber dennoch eine große familie hat - kinder und enkelkinder.
ihr mann ist schon seit jahren verstorben und sie kommt ohne ihn wunderbar zurecht.
sie hat sich von ihm und seiner art befreit und sie hat losgelassen.


typische gewohnheit von marthe. sie geht jeden tag ins the trois canons, ein quartierbistro.
dennoch ändern sich dinge in ihrem leben.

auszug seiten 8 / 9
ihr plötzlicher widerwille gegen tee macht sie stutzig. doch wie soll eine frau,
die seit so vielen jahren nichts mehr begehrt, schon ahnen, dass die verwirrung, in die
sie geraten ist, ganz einfach auf einem gelüst beruht?
martre hat lust auf kaffee. nach zwanzig unermüdlichen ceylon-tee-jahren hat marthe lust auf kaffee.

diesen kaffee schlürft martre jetzt genüsslich mit halbgeschlossenen augen, als wache
sie zum zweitenmal auf.

dann drängt sich ihr ein vild auf, das noch ganz deutlich ist, weil es vom gestrigen
tag stammt, das bild des mannes mit den tausend halstüchern, stammgast wie sie im
bistro les trois canons nachmittags, wenn es ruhig wird….
gestern nachmittag hatte sich der mann mit den tausend halstüchern martre zugewandt. mit erstaunlicher
eleganz für einen mann, der trotz seines alters so kräftige hände hatte - hände, die sie
letztlich stärker überraschten als die eindrucksvolle vielzahl seiner halstücher und
schals- , hatte er langsam seine tasse gehoben und den kaffee, dessen starker ruft sie einhüllte und
mit dem er ihr offensichtlich zutrank, geschlürft, ohne die augen vonihr zu wenden, als wolle er sie teilhaben lassen.


eine beziehung beginnt leise und äusserst behutsam. sehr bedacht auf der einen seite und sehr ehrlich auf der anderen, der gefühlsseite.
ein zugeständnis gegenüber den neuen aufkommenden empfindungen und den sehnsüchten, die entstehen und die aufbrechen (dürfen).
ein neues ich in martre.


auszug seite 27
marthe hat eine verabredung.
das wort ist so köstlich, dass sie es im kopf hin un her dreht, 
so wie man ein karamellbonbon lutscht, 
das gegen die im zucker schwimmenden zähne stößt.
um sieben uhr. in den trois canons. noch heute abend.

es ist herrlich wie die autorin den leser teilhaben lässt an den veränderungen der person marthe.
sie beschreibt unglaublich bildhaft und detailliert, aber dennoch nur das wesentliche. es findet keine überfrachtung mit einzelheiten statt. im gegenteil. der leser hat das gefühl, mit den gelesenen informationen über alles notwendige ausreichend informiert zu werden. das bild von marthe und dem mann mit den tausend halstüchern entsteht nach und nach. 

ein bewegender roman. 
ein bewegter lebensabschnitt im leben von marthe.

Mittwoch, 17. September 2014

no 282

borderless.
grenzenlos.

wunschdenken - okay!
aber tolles wunschdenken - ja doch!

wenn du alle grenzen in deinem kopf mal fallen lässt
und du dir vorstellst, was du am allerliebsten mal mache würdest,
dann schreibs auf - 20 Punkte mindestens.

wird schwierig, glaub's mir.
denn wir haben durch unsere täglichen gewohnheiten,
dermassen schranken im kopf.
fast nicht zum glauben.
diese auch nur gedanklich zu überschreiten,
ist soooo ungewohnt,
dass du wahrscheinlich mühe hast,
20 punkte zu notieren.
aber bleib dran.

und dann legst du den zettel weg.
nach einem oder mehreren Tagen gehst du punkt für punkt nochmal durch
und streichst und priorisierst.
du suchst dir ein Vorhaben und das
- aufgepasst -
gehst du an.

und dann
wird dein Wunsch
realität.


no 286


guckst du beim spazierengehen,
oder beim wandern
auf den boden,
findet dein auge immer etwas,
an dem es hängen bleibt.

ein stein
ein stöckchen
ein blatt
eine buchecker
eine haselnuss
eine ameise
oder ein besonderes exemplar eines regenwurms
oder eine getigerten waldschnecke.

genauso übrigens wie wenn du in den himmel guckst.

immer irgendwas.
und
nie stört die form.
schon
mal
aufgefallen?


no 285


reise ich irgendwohin, 
bin ich immer sehr schnell dort zuhause
ich lebe mich ratzfatz ein
ich brauche meist den ankunftstag um 
mich zu finden und zu organisieren

finde ich etwas umständlich, 
dann ermahne ich mich selbst
"lass dich ein auf neue gegebenheiten und 
komme aus deiner bequemlichkeit heraus". 

geht immer!


no 284


mal wieder volle kanne in die höhenluft
ahhhhh....
welch eine freude

stundenlang nur natur, vogelgezwitscher und
gute luft
das ist einzigartig finde ich
die luft in den bergen
einatmen,
aufatmen,
ausatmen

du hast die wahl - immer!


no 281


ist es nicht immer wieder wie ein kleines wunder?
hat man sich einmal in einer gedankenspirale gefangen,
dann schafft man es gelegentlich nicht
schnell wieder daraus auszubrechen.

irgendein impuls fehlt.
oder ein tritt.
oder ein anporn.
der einem hilft, die gedanken in eine richtung 
zu lenken.

kommt dann aber solch ein impuls
ja dann, 
geht's ab in andere dimensionen. 
dann hast du die richtung wieder.
und zwar kerzengerad'.


Donnerstag, 11. September 2014

no 280

ist es nicht höchst motivierend und auch inspirierend,
wenn du auf eine sache hinarbeitest?
du machst dir einen plan, eine skizze, oder schlicht überlegungen
welcher schritt nach dem vorangegangen erfolgen kann,
und dann geht es los.
ich bin schon bei diesen Vorarbeiten immer so drin und
enthusiastisch,
dass ich gar nicht weiss, ob ich den weg zur zielrealisierung
toller finde, wie das ziel selbst.
na ja, kommt auf das projekt an.

klar brauchst du manchmal einen langen atem,
besonders wenn mehrere personen daran beteiligt sind.
einerseits interessant, weil jeder seinen stil und seine
persönlichkeit hat, die ja beim arbeiten zum ausdruck kommt.
andererseits kann es sein, dass du nicht so vorwärtskommst, wie
du es gerne hättest. dann musst du abwägen.
läuft es gar nicht für dich. dann beende die sache. forget it!
mach dann dein eigenes ding.